Trauer ist das Ding mit dem Messer
Ein Spaziergang im Volkspark Friedrichshain mit Max Czollek & Jo Frank

Lesung
Poets' Corner
Poesiefestival Berlin 2026
Volkspark Friedrichshain
/

Max Czollek © Dirk Skiba

Jo Frank © gezett

„Warum geht das Gedicht durch den Körper und verletzt ihn nicht?“ fragt Dichter, Kurator und Autor Max Czollek in einem Gedichtzyklus. Der Autor und Verleger Jo Frank nimmt diese Frage in seinem Essay Trauer auf – „Trauer lässt sich nicht einladen. Sie steht im Türrahmen, zieht einen eng an sich heran, nimmt einen mit in einen Raum, den man ihr nicht gebaut hat.“

Max Czollek und Jo Frank kennen sich schon lange, als Freunde, als Autoren und Lektoren, durch die Höhen und Tiefen der letzten Jahre, die vor allem Tiefen waren. Sie teilen das Thema, aber nicht den Begriff: Für Czollek berühren sich private Trauer und politische Verzweiflung in und durch die Literatur — als Requiem, als Gegenentwurf, als Abgrund unter der Sprache. Frank hingegen besteht darauf, dass der Kern der Trauer der individuelle Körper ist, die jeweils einzelnen Lebens- und Sterbensgeschichten. Gesellschaften organisieren Trauer. Sie fühlen sie nicht.
 
Auf dem Weg durch den Volkspark Friedrichshain — einen Raum, dem Gewalt eingeschrieben ist — lesen die beiden Texte vor, unterhalten sich und erkunden die Möglichkeit einer Sprache der Trauer, die vielleicht immer im Plural stehen muss.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Treffpunkt für den Spaziergang und Kopfhörerausgabe: Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. Anmeldung zwingend erforderlich unter mail@hausfuerpoesie.org