2.2.26
Mo,
19:30

I had a little Kodac garden
Die Poetica zu Gast mit Joyelle McSweeney

Gespräch
Lesung
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© privat

Die US-amerikanische Dichterin Joyelle McSweeney (geboren 1976 in Boston) liest in diesem Jahr nicht nur bei der Poetica in Köln – einem seit 2015 jährlich stattfindendem internationalem Literaturfestival mit dem Schwerpunkt auf Lyrik – sondern macht auch einen Abstecher nach Berlin ins Haus für Poesie.

Joyelle McSweeney erlangte größere Bekanntheit vor allem mit ihren beiden jüngsten Bänden: Toxicon and Arachne und Death Styles (Nightboat Books 2020 bzw. 2024). In beiden Büchern folgt sie einer radikal anti-idyllischen Ästhetik des Abjekten, die sie bereits 2014 in dem Essayband The Necropastoral: Poetry, Media, Occults entwickelte. Sie zeichnet darin ein Bild der Welt als „vergiftet, mutiert, abartig, spektakulär, voller schädlicher Wirkungen und Affekte“. In Toxicon and Arachne schlägt Abscheu und Ekel (der erste Teil des Bandes war nach eigenen Aussagen gedacht als „ein Köcher vergifteter Pfeile“) um in etwas grundsätzlich anderes: Geöffnet werden alle sprachlichen Schleusen der Trauer. „Frightening and brilliant“, warnt ein Blurb des New Yorker vollmundig auf dem Cover, aber tatsächlich stellt das noch eine Untertreibung dar. Das Buch ist eine Auseinandersetzung mit einer Schwangerschaft und dem späteren Verlust des Kindes. Es geht allerdings nicht darum, ein erlittenes Trauma literarisch zu bewältigen, sondern um den sprachlich adäquaten Ausdruck eines andauernden Schocks, der den ganzen Körper erfasst. Das ist – mit reichlichen Anleihen beim Body-Horror – enorm rasant, manchmal verzweifelt-witzig, zudem künstlerisch virtuos, z. B. wenn McSweeney Sestinen schreibt oder einen Sonettenkranz über den Schwindsucht-Tod von Keats. Für Death Styles, den thematisch verwandten Nachfolgeband, erlegte sie sich drei Regeln auf: 1. tägliches Schreiben, 2. das Zulassen jedes (noch so belanglosen) Einfalls, 3. das Schreiben bis zur Erschöpfung des selbstgewählten Themas – gleichgültig, ob dieses nun Perry Mason, Mary Shelley, Medea oder Terminator 2 lautet.

Den Abend moderiert die Lyrikerin Rike Scheffler, die in diesem Jahr die Kuration der Poetica übernahm.

Die Veranstaltung wird englisch-deutsch gedolmetscht.
Mit freundlicher Unterstützung von ECHOO Konferenzdolmetschen
Eine gemeinsame Veranstaltung von Poetica und Haus für Poesie

In Lesung & Gespräch Joyelle McSweeney
Moderation Rike Scheffler