Das Nest ist aller Anfang
Lesung & Gespräch mit Esther Kinsky 

Lesung
Gespräch
Poesiefestival Berlin 2026
Buchengarten Akademie der Künste
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© Heike Steinweg, Suhrkamp Verlag

In ihrem jüngsten Gedichtband Heim.Statt (Suhrkamp Verlag 2025), ein Zyklus aus sieben mehrstimmigen und vielsprachigen Langgedichten, beschreibt Esther Kinsky (geboren 1956 in Engelskirchen) Fluchtbewegungen über mehrere Jahrtausende, Landes- und Sprachgrenzen hinweg.

Angesiedelt sind die Gedichte in entlegenen Landschaften, denen Spuren von Vertreibung, Heimatlosigkeit und Gewalt, die „ahnung von abwanderungen“, eingeschrieben sind: wie die schottischen Highlands und Inseln, „entwohnt jetzt / ausgezehrt und / abgebaut“, nachdem sie vor über zweihundert Jahren zwangsgeräumt wurden, oder das dünn besiedelte, norditalienische Karstgebiet, in dem die Männer nur im Sommer zu ihren Frauen heimkehren. Jedem Langgedicht ist ein mit „Balkanroute“ betitelter Anhang beigefügt, der das Netz literarischer und mythologischer Motive, die sich in immer neuen Variationen durch den Band ziehen, weiter verdichtet und zu gegenwärtigen Fluchtbewegungen querverbindet. Ein wiederkehrendes Motiv sind beispielsweise Vögel – Vögel, die mit den Seelen Verstorbener unter den Flügeln Grenzen überfliegen; Vögel, denen die Zungen herausgeschnitten werden; Frauen, die sich in Vögel verwandeln, wie die Schwestern Philomele und Prokne. Wichtiger als die genaue Verortung der Gedichte erscheint dabei ein übergreifendes Nachdenken über die historischen und kulturellen Fährten, die im vom Menschen geformten „Gelände“ sichtbar werden, und über die „nimmerstatt“, die Heimat der Zwischenräume und Fluchtpunkte.

Esther Kinsky im Gespräch mit Nico Bleutge

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Gefördert durch: Suhrkamp Verlag