When I break, I break, predictably, into song
Poesiegespräch mit Seán Hewitt

Lesung
Gespräch
Poesiefestival Berlin 2026
Atelierraum, silent green
/

© Stuart Simpson

Der irische Dichter Seán Hewitt (geboren 1990 in Warrington, UK) veröffentlichte im vergangenen Jahr seinen gefeierten Debütroman Open, Heaven (Jonathan Cape 2025), der für die Shortlist des Dylan Thomas Prize nominiert wurde und in deutscher Übersetzung von Stephan Kleiner unter dem Titel Öffnet sich der Himmel (Suhrkamp Verlag 2025) vorliegt: eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte über die alles veränderte, erste Liebe und queeres Begehren, angesiedelt im ländlichen Nordengland.

Zuvor erschienen bereits zwei Gedichtbände, die an diesem Abend im Fokus stehen: Tongues of Fire (Jonathan Cape 2020) und Rapture’s Road (Jonathan Cape 2024). Darin eröffnen sich mythopoetische Verbindungen zwischen dem Ich und der Natur: eine Form des tröstenden, fast spirituellen Zusammenhangs, der alles Vergängliche und das eigene Selbst in sich auffängt und beschützt: „Every time I go back, I see a part / of my life laid out, still growing in a field.“ In „Dryad“ beschreibt das Ich, wie es sich im Wald, unter der Beobachtung einer Baumnymphe, „in a dark chamber / of the wood, guarded, and made safe“ mit Männern zum Sex trifft, „and now / each woodland smells quietly of sex“. Hewitts Gedichte hegen kein Misstrauen gegenüber schönen Dingen, sie öffnen sich der Welt und ihren Geistern, darunter auch den Spuren literarischer Geister, wie die von Gerard Manley Hopkins oder Thomas Hardy, in deren Denktradition sich Hewitt bewegt. Obwohl oder gerade weil die Gedichte oftmals ihren Ausgangspunkt in einer andächtigen Stille, im genauen Hineinhören in die Natur, ihre Erde und Organe nehmen, entwickeln sie eine geradezu immersive Wucht und Anmut: „Hold your ear / to the ground: you can hear / the voices caught in the earth, chattering.“

Alle Gedichte der Veranstaltung wurden eigens für das Poesiefestival Berlin übersetzt.

Seán Hewitt im Gespräch mit Anna Julian Mendlik

 

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt und wird nicht gedolmetscht.

Gefördert durch: British Council, Culture Ireland