Was hilft mir das?
Wie Lyrik und Lyrikkritik in Bereichen jenseits der Lyrikszene wirksam werden
Lyrik ist nur schwer zu verwerten oder vor ideologische Karren zu spannen. Und doch ist gesellschaftliche Wirksamkeit über das einzelne Leseereignis hinaus vielen Dichter:innen ein Anliegen.
Wenn Lyrik ins Sachbuchregal gehört, wie Monika Rinck sagt, kann man von ihr vielleicht etwas für bestimmte Sachfragen lernen. Wenn sie die Empathie schult, wie viele Bildungsprogramme behaupten, mag sie in sozialer Praxis nützlich sein. Als Seismograph kann sie Veränderungen für die Gesellschaft verhandelbar machen, bevor die Medien sie in ihre erregten Aufmerksamkeitsarenen spielen. Aber ist das wirklich so?
Wirkt Lyrik über die ihr ohnehin Zugeneigten hinaus in gesellschaftliche Bereiche hinein? Und welche Rolle spielt die Lyrikkritik dabei als eine Vermittlung von Lyrik in eine diskursive Öffentlichkeit?
Tom Meifert (Texter und Kreativdirektor), Christine Vogt (Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin) und Kasia Wojcik (Performance-Künstlerin und Kuratorin) diskutieren diese Fragen zusammen im Haus für Poesie und berichten von konkreten Beispielen, wie Lyrik und oder ihre Kritik in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern bei Problemen und Herausforderungen aufschluss- und hilfreich waren – und wo gerade nicht.
Tom Meifert ist Texter und Kreativdirektor. Geboren in Oberbayern. Aufgewachsen in Berlin. Er wollte ursprünglich Theaterregie oder Szenisches Schreiben studieren. Oder Restaurateur werden. Oder Schauspieler. Studierte dann alles und nichts als multipler Studienabbrecher: Komparatistik, englische Literatur, Philosophie, Ur- und Frühgeschichte sowie deutsches und französisches Recht. Wurde Vater. Fand einen ADHS-zertifizierten Job als Texter in der Werbung.
Christine Vogt ist Regisseurin für Inklusives Theater/Kulturwissenschaftlerin M.A./Dozentin. Geboren am Zürichsee, Ausbildung für das Lehramt (1976-78), Auswanderung nach Berlin, Ausbildung zur Schauspielerin im Körpertheater (1980-83); Studium der Künstlerweiterbildung (Hochschule der Künste 1983-85) und der Kulturwissenschaften MA (2005-06). Gründerin/Aufbau und Co-Leitung vom Theater Thikwà (ab 1990) für Darsteller*innen mit und ohne Beeinträchtigungen. Ab 2010 Biografiebasierte Theaterarbeit mit Menschen mit Demenz. Seit 2015 Aufbau und künstlerische Leitung des Theaterensembles PAPILLONS (Pflegewohnheim "Am Kreuzberg"). Musiktheaterinszenierungen mit Akteur*innen mit und ohne Demenz, Künstler*innen und Kindern.
Kasia Wojcik ist Kuratorin, Campaignerin und Autorin mit Fokus auf aktivistische Ästhetiken und Vulnerabilitäten des Seins. Sie entwickelte u.a. das preisgekrönte Format School of Resistance (IIPM / Milo Rau) und transdisziplinäre Projekte wie Constitución Nómada und Re:Borders. Aktuell koordiniert sie Berlin Polyphon, arbeitet als Workshopgeberin bei Radikale Töchter und veröffentlicht Lyrik & Essays.
Es liest der Schauspieler Michael Hanemann.
Moderieren wird der Lyriker, Philosoph und Mitgründer von zæsur. poesiekritik Asmus Trautsch.
Das Publikum ist eingeladen, mitzudiskutieren.
Eine gemeinsame Veranstaltung von zæsur. poesiekritik und Haus für Poesie.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds
Mit Tom Meiffert (Texter und Kreativdirektor), Christine Vogt (Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin), Kasia Wojcik (Performance-Künstlerin und Kuratorin)
Moderation Asmus Trautsch
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Ort:
Haus für Poesie
Google Maps
Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei)
10435 Berlin -
Eintritt:
8/5 €
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