zaesur.poesiekritik
Audio-Aufzeichnungen der Veranstaltungen im Haus für Poesie
Wirkt Lyrik über die ihr ohnehin Zugeneigten hinaus in gesellschaftliche Bereiche wie Aktivismus, Care-Arbeit und Kreativindustrie hinein? Ist künstliche Intelligenz ein neues Werkzeug, ein überbewerteter Hype oder werden Maschinen gar Autor:innen und Übersetzer:innen ersetzen? Mit Fragen wie diesen beschäftigten sich die Teilnehmer:innen bei unseren gemeinsamen Veranstaltungen mit zaesur.poesiekritik.
20.01.2026 – Was hilft mir das? Wie Lyrik und Lyrikkritik in Bereichen jenseits der Lyrikszene wirksam werden – mit Tom Meifert, Christine Vogt, Michael Hanemann, Kasia Wojcik und Asmus Trautsch
Lyrik ist nur schwer zu verwerten oder vor ideologische Karren zu spannen. Und doch ist gesellschaftliche Wirksamkeit über das einzelne Leseereignis hinaus vielen Dichter:innen ein Anliegen. Wenn Lyrik ins Sachbuchregal gehört, wie Monika Rinck sagt, kann man von ihr vielleicht etwas für bestimmte Sachfragen lernen. Wenn sie die Empathie schult, wie viele Bildungsprogramme behaupten, mag sie in sozialer Praxis nützlich sein. Als Seismograph kann sie Veränderungen für die Gesellschaft verhandelbar machen, bevor die Medien sie in ihre erregten Aufmerksamkeitsarenen spielen. Aber ist das wirklich so? Tom Meifert (Texter und Kreativdirektor), Christine Vogt (Regisseurin und Kulturwissenschaftlerin) und Kasia Wojcik (Performance-Künstlerin und Kuratorin) berichteten von konkreten Beispielen, wie Lyrik und oder ihre Kritik in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern bei Problemen und Herausforderungen aufschluss- und hilfreich waren – und wo gerade nicht. Asmus Trautsch moderierte die Veranstaltung.
18.11.2025 – Künstliche Intelligenz und Lyrikkritik – mit Isabel Fargo Cole, Julia Dorsch, Simon Roloff und Hendrik Jackson
Über die Rolle von Künstlicher Intelligenz für die Literatur wird intensiv diskutiert: Ist sie ein neues Werkzeug, ein überbewerteter Hype oder werden Maschinen gar Autor:innen und Übersetzer:innen ersetzen? Die Frage nach der kritischen Diskussion und Deutung von Literatur durch KI ist dabei kaum gestellt worden, obwohl Large Language Models durchaus interessante Rezensionen und Interpretationen generieren können. Inwiefern verändern generative KIs die Position der Lyrikkritiker:innen? Können sie Hilfsmittel, Sparringspartner, Mischpult, Lupe sein? Oder führt ihr Gebrauch prinzipiell in die Irre? Der Literaturwissenschaftler Simon Roloff , die Sprachkünstlerin Julia Dorsch und die Autorin und Übersetzerin Isabel Fargo Cole haben mit dem Dichter und Mitgründer von zaesur. poesiekritik Hendrik Jackson über die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz für die Literatur- und Lyrikkritik und die Kritik des KI-Hypes und der Macht der Tech-Industrie gesprochen. Das Publikum hat angeregt mitdiskutiert. Hendrik Jackson moderierte die Veranstaltung.